Natur und Du

dsc_7957Was geschieht mit uns Menschen, wenn die natürliche Verbindung zur inneren Natur, zum eigenen göttlichen Spirit abreißt, die wunderbare Nabelschnur, die zu den Wurzeln des eigenen Seins führt?

Werden wir dann zu Zombies, die sich nicht mehr spüren? Sind wir das bereits? Wer von Euch kann sagen, ob er sich spürt, das Glücksgefühl beschreiben, mit sich selbst tief verbunden zu sein, seine innere Natur erkannt zu haben, sie all-täglich in sich wahrzunehmen?

Und: Was passiert, wenn wir verbunden sind, uns tief innen spüren, und dann in ein Einkauszentrum gehen, TV schauen oder einem regulären Job nachgehen??

Beispiel:
Meine Schmerzgrenze liegt bei etwa drei Stunden Stadtzentrum/ Einkaufsmeile. Mein System nimmt ungebremst den Dreck auf, der von Werbung, Konsum und Lärm in mich einströmt. Nach einer Weile verschiebt sich alles, ich verliere meine Mitte – bin nicht mehr richtig zentriert und meine Wahrnehmung schaltet auf Durchzug, auf Notstrombetrieb. Ich brauche danach etwa zwei Tage um bewußt zu entgiften, und den Müll loszuwerden, der sich an mich geheftet hat.

Gehe ich einem regulären Job nach, der mir zwar ein sogenanntes “sicheres” Einkommen beschert, aber bisher wenig echte innere Befriedigung, werde ich vor Stress und Frustration krank, bekomme Burnout, Depressionen, Bandscheibenvorfall und in der Konsequenz sterbe ich eventuell früher an einer der bekannten Zivilisationserkrankungen etc…

Wenn ich in die Natur gehe, und dort sehr einfach und mit den Elementen lebe, sieht es genau andres herum aus: meine Kanäle öffnen sich, ich fühle mich zentriert, ruhig, in der Mitte: ich fühle mich verbunden!

Es bedeutet mir viel, diese Verbindung zu spüren. Sie bedeutet nicht nur: Ich bin ein Teil und nicht getrennt von ihr. Ich spüre die Verbindungen der Bäume, der Tiere, der Kräuter in mir drin, wie meine eigenen Venen, Arterien. Und ich kann die Wahrnehmung durch mich hindurch fließen lassen. Ich rieche, schmecke und fühle, genieße, und ich lebe! Ich lebe tatsächlich und spüre mich täglich mehr, ein tief beglückendes Gefühl.

Was in unserem heutigen Leben aus meiner Sicht fehlt: die simple und doch so wichtige Freude! Die Freude an einfachen Dingen, die tiefe Befriedigung der eigenen Hände Arbeit, die Freude, selbst hergestellte, gesunde Nahrung zu sich zu nehmen, unabhängig von sozialer Krise und Pharmazie.

Einfach zu sein. Jetzt im Moment. Die Hände tief in der Gartenerde, bei der Ernte der eigenen Früchte, Apfelduft genießend, gesundes Gemüse zubereitend, und mich auch darin findend, im genießen der Natur und ihrer Freuden.

Wenn ich in die wunderbare Verbindung mit der Lebens-Freude gehe, liebe ich, ich liebe mich selbst, weil ich das tue, was mir gut tut, was meine Seele mit Freude erfüllt, ich liebe die Menschen, die schönen, einfachen Dinge, die mich umgeben.

Dazu brauche ich keine besondere spirituelle Lehre. Dazu brauche ich einen gesunden Menschenverstand und einen klaren Blick.

Und genau diesen klaren Blick wünsche ich Euch heute- schaut euer Leben aus einem anderen Blickwinkel an, schaut, was ihr habt, was bereits da ist in Eurem Leben, was euch tatsächlich wichtig ist.

Das Essentiell wichtige sind Eure Lieben, Eure Kinder, Eure Partner, und die schönen alltäglichen Dinge. Genießt sie, freut euch daran. Und versucht jeden Tag einen Grund zu finden, die Freude in Euch zu vergößern.

Versucht die Euch am Herzen liegenden Menschen so zu lieben, so anzunehmen, wie sie sind. Versucht niemals, einen Menschen zu ändern. Der einzige Mensch, den Du ändern kannst im leben, bist Du selbst. Und die Veränderung hin zur Liebe, hin zur freude beginnt immer mit den kleinen Dingen, mit dem ersten schritt. Der in diesem Fall bedeutet: Hinsehen, hinfühlen, und im Moment genießend sein.

Eure Susanne Krämer

Die andere Welt – the other world

Die andere Welt – the other world
(English version below)

Spiritualität und Rituale gehören zum Kostbarsten, was ein Volk besitzt. Unserem europäischen Völkern wurden diese Rituale seit vielen hundert Jahren verboten, aberzogen und von familiären Strukturen, sowie vor allem von öffentlichen Institutionen bewußt zu mechanisch – religiösen Handlungen verfälscht.

In alten Kunstwerken wie Höhlenzeichnungen und Steinfiguren finden wir sie jedoch wieder, wenn wir genau hinsehen und hinein fühlen. Die “andere Welt” ist immer noch hier, wir können sie auch heute in uns und um uns herum finden, ihre Wesenheiten um Rat, Schutz und Hilfe ersuchen und sie gezielt bereisen.

Ein Ritual ist eine geschlossene Folge von Handlungen, deren Aufgabe es ist, uns mit der “anderen” Wirklichkeit zu verbinden, welche neben unserer alltäglichen Wirklichkeit existiert.

In den früheren Europäischen Gesellschaften gab es mindestens drei Wege in die andere Welt zu reisen:

– Askese und Rückzug ins Allein Sein (Visionssuche)
– Einnahme psychoaktiver Substanzen
– der Eintritt durch Ekstase, ausgelöst durch Rhythmus und Bewegung / Muskel Anspannung, bewußte sexuelle Handlungen, rituellen Tanz etc.

Das Spezifische Erleben in der anderen Welt hat auch noch heute eine solche Kraft, dass wir sie kaum in Worte zu fassen vermögen. Nicht nur Bilder erscheinen in unserer Wahrnehmung, sondern bewußt gesteuerte Handlungen, spirituelle Lehre, Verwandlungen und tiefe Heilung sind ohne weiteres möglich.

Um sich bewußt auf ein solches Erleben einzustimmen, ist es notwendig, das Alltagsdenken in uns abzuschalten, und in einen heiligen Raum einzutreten. Dazu können verschiedene Handlungen vorab sehr hilfreich sein:

– Rückzug aus der zivilisierten Welt/ Aufenthalt in der möglichst einsamen Wildnis
– ein Schutzkreis aus Licht, Salz, Steinen, Blumen etc.
– ein Ritual zur Ehrung der Wesen in der anderen Welt, in dem wir ihnen mit Rauch, Licht und Nahrung unsere Aufmerksamkeit schenken
– bewußte Atem/ und Meditationstechniken, um das Hamsterrad in unserem Kopf auszuschalten
– spirituelle Reinigung unserer Energie durch ein Bad/Dusche, Kräuteressenzen, sowie Rauch und Visualisierung
– die Anrufung unserer Ahnen, die solche Rituale noch kannten
Und vor allem: die Begleitung durch eine bereits in rituellen Handlungen erfahrene Person.

(ein Buch dazu ist bereits in Arbeit 😀 )
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Ab 2017 biete ich Euch mehrere längere und intensive Workshops an, die Euch inspirieren werden, eigene Rituale durchzuführen, der “anderen Welt” angstfrei und bewußt zu begegnen, Euer Wissen über innere Prozesse und Eure spirituelle Kraft gezielt wachsen zu lassen.

Es sind für den Sommer 2017 zwei längere spirituelle Retreats geplant, die auf einer Hochalm in den Kärntener Alpen, der absoluten Einsamkeit des Nationalparks Hohe Tauern stattfinden werden.

Die beiden 7 tägigen Workshops werden vor allem für Menschen interessant sein, die sich bereits mit spiritueller Arbeit beschäftigen, ihr Wissen erweitern und diese besondere Erfahrung zur Reinigung, zum Wachstum, sowie zur Selbstheilung nutzen wollen.

Details und der Seminarplan 2017 folgen in Kürze 🙂.

Lasst Euch überraschen 😀
Eure Susanne
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Spirituality and rituals belong to the most precious thing a people possesses. To our European peoples, these rituals have been banned for centuries, but have been deliberately falsified by family structures, as well as, above all, by public institutions, to mechanical religious actions.

However, in old works of art such as cave drawings and stone figures, we find them again when we look closely and feel. The “other world” is still here, we can still find it in us and around us, ask for their advice, protection and help, and travel them purposefully.

A ritual is a closed sequence of actions whose task is to connect us with the “other” reality that exists alongside our everyday reality.

In the earlier European societies there were at least three ways to travel to the other world:

– asceticism and retreat into solitude (vision search)
– Intake of psychoactive substances
– the entry through ecstasy, triggered by rhythm and movement / muscle tension, conscious sexual actions, ritual dance, etc.

The specific experience in the other world still has such a power that we can hardly put it into words. Not only do images appear in our perception, but consciously controlled actions, spiritual doctrine, transformations and profound healing are easily possible.

In order consciously to agree with such an experience, it is necessary to shut down the everyday thought in us, and enter into a sacred space. Various actions can be helpful in advance:

– retreat from the civilized world / stay in the lonely wilderness
– a protection circle of light, salt, stones, flowers, etc.
– a ritual for honoring the beings in the other world in which we pay attention to them with smoke, light and food
– conscious breath / and meditation techniques to eliminate the hamster wheel in our head
– spiritual cleansing of our energy through a bath / shower, herbal essences, as well as smoke and visualization
– the invocation of our ancestors, who still knew such rituals
Above all, the accompaniment of a person already experienced in ritual actions.

(A book on this is already in progress: D)
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From 2017, I will offer you several long and intensive workshops that will inspire you to perform your own rituals, to face the “other world” fearlessly and consciously, to let your knowledge of inner processes and your spiritual power grow.

For the summer of 2017 two longer spiritual retreats are planned, which will take place on a high alp in the Carinthian Alps, the absolute loneliness of the national park Hohe Tauern.

The two 7-day workshops will be particularly interesting for people who are already engaged in spiritual work, want to expand their knowledge and use this particular experience for cleansing, growth, and self-healing.

Details and the 2017 seminar plan will follow shortly 🙂.

Let yourself be surprised: D
Your Susanne

Über die Liebe

Vor kurzem fragte mich eine liebe Freundin:

“Warum in aller Welt bist Du nach allem, was Du erlebt hast, nicht vorsichtig, nicht ein bisschen mehr vernünftig geworden? Nach Deinen Erfahrungen mit Beziehungen und all dem Leid und der Enttäuschung, welche Du bereits erlebt hast, warum lässt Du Dich wieder darauf ein? Wieso kannst Du nicht abwarten und es jetzt langsam angehen lassen?”

Liebe Freundin, es gibt dafür nur einen Grund: weil ich liebe! Wenn ich liebe sage ich JA zu allem was das Leben mir schenkt. Und Liebe ist das größte Geschenk was wir im Leben bekommen können.

Wenn ich liebe lebe ich mein Gefühl, und Ich liebe auch das, was in einer Liebesbeziehung an Ent- täuschung auf mich zukommen mag.

Eine Täuschung heißt, dass meine eigenen Vorstellungen nicht mit dem was tatsächlich da ist nicht übereinstimmen. So ist es mir wichtig, ganz klar, also enttäuscht zu werden! Ich will sehen, ich will mich und mein Gegenüber erkennen, also MUSS ich enttäuscht werden.

In der Vergangenheit habe ich meine Vorstellungen von dem was ich dachte, was und wie ein Partner für mich sein sollte abgelegt. Warum? Weil sie nicht mit dem übereinstimmten, was da IST.

Darum war es auch wichtig sich immer wieder mitten in die Liebe hinein zu stürzen. Im Englischen sagt man: “falling in love”, also wörtlich “in liebe fallen”. Ja liebe Freundin, ich habe mich hinein gestürzt, immer und immer wieder, und heute erkenne ich: ich tat es tatsächlich, um ent-täuscht zu werden. Um ganz klar zu werden, was Liebe tatsächlich ist. Sonst würde die Täuschung heute noch mein Leben bestimmen.

Nach einem Jahr der Eremitin, also einem längeren Rückzug den ich allein mit mir verbrachte, wurde mir klar, dass die Liebe zuerst in mir selbst wohnen muss, um so zu strahlen, dass sie auch andere Menschen erreicht.

Eines Tages fand ich sie, inmitten der wilden Natur, in mir selbst. Es war die wunderbarste Entdeckung seit ich auf diese Welt gekommen bin. Als ich sie so ganz tief in mir fühlte wuchs sie, und dann wurde sie so stark, dass sie mich ganz mit Glück erfüllte, und ich manchmal dachte, ich platze vor Liebe und Lebensfreude. So ganz unaufgeregt, still und allein.

Dafür musste ich zuerst dem Tod begegnen, der ihr liebster Bruder ist. und ich musste beginnen, auch ihn zu lieben, und die Angst vor ihm zu wandeln in Liebe.

Also liebe Freundin, wenn ich mich heute so voll Freude einlasse, und die Liebe mit diesem einem wundervollen Menschen teile, wächst sie ein weiteres Mal, sie wird mehr, als sie vorher schon in mir allein war. Sie erfüllt unser Kraftfeld mit Leuchten und strahlt auf alles was uns begegnet.

Liebe heilt, Liebe ist die einzige Kraft, die alte Wunden schließt. Ja, ich lasse meinen Verstand beiseite und lasse mich ganz ein, lasse mich fallen, und ich falle tief in die Liebe.

Ja!!! Und auf einmal fühle ich mich ganz angenommen, ganz erfüllt davon zu lieben und empfange Liebe. Liebe trägt mich und gibt mir die stärkste Kraft, die ich je empfangen habe. Und ich bin dankbar ihr zu begegnen. In mir und in meinem wunderbaren Mann.

Ich sage JA zum Leben, indem ich liebe.

Liebe ist mein Ursprung, meine Natur. Ich bin Liebe.

Danke an Dich, liebe Freundin

Denken und Erkennen

Es gibt Menschen, die sehen, wie Dein Körper und Dein Gesicht ausschauen, und sie denken, sie erkennen Dich.

Es gibt Menschen, die Deine Art Dich zu kleiden mögen, und die Dinge die Du schaffst, und sie glauben, sie erkennen Dich.

Es gibt Menschen, die sehen, welchen Erfolg oder Misserfolg Du erreicht hast, und sie glauben auch, sie erkennen Dich.

Es gibt Menschen, die Deinen Worten lauschen, und dem was Du damit tust, und sie denken auch, sie erkennen Dich.

Oh ja, es gibt Menschen, die Deine Magie sehen, Deinen Spirit erkennen, und fasziniert sind, und auch die glauben, Dich zu erkennen.

Und es gibt ihn – den Einen Menschen, der Dich wirklich sieht. Der Dich fühlt. Genau so wie Du bist.

Ihn der Deine Seele umarmt, der tief in Dein Herz sieht, und der es liebt so wie es ist. Mit seinen hohen Wellen und den tiefen Abgründen.

Der hat Dich wirklich erkannt.

Danke Du Mensch dass es Dich gibt

Wind

My Wind of changes is coming,
I feel you,
I hear you,
I dance you,
I sing you,
I very welcome you in my soul
my windy power
come along with me
my wild wild wind

let me dance with you
let me circle around
in the wheel of lifes
I am your daughter

I am the bride of the wind
riding the clouds
storm born

wild animal soul
I feel your power
I am wind

(Susanne)

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Carpe diem

Weiß ich, welcher Tag mein letzter ist?

Was geschieht mit Dir, wenn du weißt, du hast nur noch diesen einen, nur diesen letzten Tag zum Leben übrig? Was wirst du tun?

Gehst du mit Freunden essen, rufst deine Kinder, Deine Eltern an, um ihnen zu sagen, dass Du sie liebst?

Machst du ein Fest, um dich zu verabschieden? Oder gehst du in die Stille, weil du schon alles gelebt hast und ruhig warten kannst, bis der Tod Dich holt?

Wer kann von sich sagen, dass er auf diesen Moment vorbereitet ist? Was hast Du noch nicht erledigt, um Deine Seele in Frieden gehen zu lassen, und vor allem: Worauf wartest Du?
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Seit ich dem Bruder Tod begegnete, habe ich vieles verändert, und ich bin ihm unendlich dankbar dafür. Die Worte: “bald”, “eines Tages”, “irgendwann”. verschwanden beinahe ganz aus meinem Wortschatz.

Wenn mir danach ist, meine Kinder anzurufen, um ihnen zu sagen dass ich sie liebe, dann tue ich es. Wenn ich etwas Besonderes essen möchte, tue ich es. Wenn ich eine Reise machen möchte, reise ich.

Ich frage nicht: “kann ich es mir leisten”, “habe ich die Zeit dafür”?oder: “Was würden andere von mir denken?” . Mir stellt sich die Frage: ” Was geschieht, wenn ich es nicht mache?”

Wenn ich etwas Schönes sehe, nehme ich mir die Zeit, es in Ruhe zu betrachten, und genieße die stillen Stunden. Wenn ich singen möchte, singe ich, wenn ich lachen möchte, lache ich, wenn ich weinen möchte weine ich einfach.

Wenn mir die Liebe begegnet, ziehe ich nicht angstvoll Resümee aus meiner Vergangenheit, ich warte auch nicht mehr auf den richtigen Zeitpunkt. Und ich habe keine Angst mehr, Fehler zu machen. Es gibt keine Fehler im Angesicht von Bruder Tod.

Der richtige Zeitpunkt ist immer JETZT. Ich danke ich für das Geschenk und liebe.

Das Leben kann so einfach sein und so wunderbar, wenn man in die weisen Augen der eigenen Vergänglichkeit geschaut hat.

Mein Leben ist vielleicht nicht immer das Fest, dass ich erwartet hatte, und manchmal beutelt es mich heftig durch. Manche Tage sitze ich hier allein und könnte verzweifeln. Einfach so. Dann denke ich daran, dass dieser Tag ein besonderes Geschenk ist, weil jeder Tag eines ist. Egal wie er angefangen hat, dieser Tag ist mein Tag, und ich habe immer die Zeit, und die Kraft, Dinge zu tun, die besonders und voll Schönheit sind.

So lange ich auf dieser Welt bin, werde ich jeden Tag lieben, lachen, Freude an einfachen Dingen haben, mindestens einmal sehr glücklich sein und tanzen. Und ich werde die Worte: Ich liebe Dich nicht in meinem Mund behalten. Ich sage sie.

Ich werde über Geschichten meines Jüngsten staunen, und neugierig sein wie es weiter geht. Ich werde Menschen umarmen, und ihnen tief in die Seele schauen. Weil das Leben so schön ist.

Ich bin voll Dankbarkeit für dieses Geschenk des Lebens, ich packe es jeden Morgen aus und fühle mich gesegnet.

Und ich wünsche Dir dass jeder Tag auch für Dich ein Geschenk ist.scheune

Lebenslust – (incl. English version)

Wenn am Morgen die Wolken durchs Tal wehen… leise, sanft umhüllt von weicher weißer Watte, gehe ich still hinaus. Vor allem um zu riechen, den Duft der vielen Blumen, wie ein berauschendes Parfüm. Auch um dem Konzert der tausenden Waldvögel zu lauschen, unterlegt vom Trommeln der Spechte,  und um die Familie Kormorane aus dem Nest fliegen und schnattern zu hören unten am See. Die Raben erheben sich kurz von der Wiese, wenn ich erscheine. Sie nehmen Notiz von mir, wie einem Kumpel, um sich schnell wieder dem zuzuwenden, was sie mehr beschäftigt: Sie sammeln die Reste der vom Wind verwehten Schafwolle auf, um ihre Nester damit auszukleiden.

Man hört leise die Wellen ans Ufer klatschen, wenn man genau hinhört. In mir wird es friedlich. Ich setze mich ein wenig auf die Bank vors Haus und vertiefe mein Lauschen. Ein Kätzchen hüpft schnurrend auf den Schoss um sich in der Morgenkühle an mir zu wärmen.

Ja ich habe die letzten Nächte allein draußen geschlafen. Nicht einmal in der Jurte hielt es mich, ich musst sie spüren, die unglaubliche Kraft, die aus den Felsen und der Erde nach oben strömt, durch alles hindurch fließt und alles hier zur friedlich grünen Explosion bringt.

Alle Batterien zu Platzen voll geladen, spüre ich, die Hände voll feuchter fruchtbarer Gartenerde, den Fluss, der alles hier wachsen lässt. Auch ich gehöre dazu und wachse, immer mehr hinein in diese Wildnis. Immer weniger zieht es mich hinaus zu denen, die ein geregeltes Leben führen. Immer mehr verstehe ich die, welche sich unglücklich fühlen, eingesperrt in geregelter Arbeit und Betongebäuden. Ein Leben wie meines ist unbequem und gelegentlich schwer, vor allem im Winter. Aber ich werde nicht mehr tauschen.

Ich weiß jetzt, dass einfach Leben möglich ist, dass es mich geheilt und befreit hat. Und dass es der einzige gehbare Weg für mich ist. Ich will mich nicht mehr anpassen an eine Gesellschaft, deren Werte ich nicht teile.

Immer weniger brauche ich, wenn ich im Supermarkt um mich schaue. Nach etwas mehr als einem Jahr fallen Klamotten, Fleisch, Milchprodukte und viele Gemüse bereits weg: Fleisch esse ich nicht, Milch und Käse bekomme ich von meinen lieben Ziegen, Kleidung gibt es vom Flohmarkt, im Garten wachsen viele Gemüse, Wildkräuter gibt es in Hülle und Fülle. Vieles tausche ich mit den Nachbarn. Ich bin auf einem Weg, der freier und unabhängiger wird, je länger ich ihn beschreite.

Wenn ich von gelegentlichen Ausflügen in die Zivilisation zurückkehre, atme ich jedes Mal auf, und lasse eiskaltes Quellwasser über mein Gesicht fließen, um all das Unechte, Aufgesetzte und Gekünstelte von mir abzuwaschen. Ich habe das Gefühl, sensibler für Dinge zu werden, spüre mich selbst, und was mir gut tut.

Ich sehe tiefer in die Menschen, nehme Wahrheit und Lüge wahr, bevor sie ausgesprochen wird, erkenne ihre Absichten, und kann mich darauf einstallen, und brauche immer weniger. Weniger Dinge, weniger Reden, weniger Tun… Oft beobachte ich mich, wie ich Situationen um mich herum betrachte, und auch reflektiere, aber nicht mehr den Drang habe wie früher, einzugreifen, oder etwas dazu sagen zu müssen. Immer seltener.

Immer öfter sitze ich still da und schaue, manchmal kommt eine Melodie aus mir, und ich summe leise. Ich schwinge und singe mit der Kraft, die aus der Erde kommt.

Angekommen.

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If in the morning the clouds are blowing through the valley … softly, gently enveloped by soft white cotton, I go out quietly. Especially to smell the fragrance of many flowers, like an intoxicating perfume. Even listening to the concert of thousands forest birds, backed by drums of the woodpeckers, and the family flying cormorants from the nest and chatter heard down by the lake. The ravens rise briefly from the meadow when I appear. Take notice of me as a buddy to quickly refocus their attention on what they employed more: you collect the remains of windblown sheep wool on to line their nests with it.

You can hear the waves softly clap shore if you listen closely. In me it is peaceful. I sit a little on the bench outside the house and deepen my listening. A kitten jumps purring on my lap to warm in the cold morning air to me.

Yes, I have the last nights slept alone outdoor. Not even in the yurt it kept me, I have to feel the incredible power that flows out of the rocks and the earth upward, flows through everything and brings everything here to peacefully green explosion.

All batteries to burst fully charged, I feel the hands of fertile garden soil, the earth river that makes everything grow here. I also belong to it and grow, more and more into this wilderness. Less and less it pulls me out to those who lead a regular life. More and more I understand those who feel unhappy, imprisoned in regular work and concrete buildings. A life like mine is inconvenient and sometimes difficult, especially in winter. But I will not swap.

I now know that simple life is possible that it has healed and freed me. And that it is the only sustainable way for me. I do not want to adapt to a society whose values I do not share.

Less and less do I need when I look around me in the supermarket. After a little more than a year clothes, meat, dairy products and many vegetables come already gone: meat I do not eat, milk and cheese I get from my dear goats, clothes there from the flea market, in the garden grow many vegetables, wild herbs are available in shell and wealth. Much exchange with neighbors. I’m on a path that is free and independent, the longer I bestride him.

When I return from occasional forays to civilization, I breathe in every time and let ice cold spring water over my face flow to wash away all the false, Patch and artificiality of me. I have the feeling that I am more sensitive to feel myself, and what is good for me.

I look deeply into the people take truth and falsehood true before it is pronounced, know their intentions, and can me one metals out and need less and less. Fewer things less talk less do … I often watch me as I look at situations around me, and also reflective, but no longer have the urge as it used to intervene, or to say something. Getting rare.

More and more often I sit quietly and watch, sometimes comes a melody from me, and I hum softly. I swing and sing with the strength that comes from the earth.

Arrived.

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Eines Tages…

Es kommt dieser eine Mensch, der dir auf den ersten Blick
gar keine Wahl lässt, als die Oberfläche zu verlassen.
Der Dinge ans Licht bringt; jenes ganz besondere Licht,
das nur das Feuer der Liebe entzünden kann.
Und du wirst an diesen Dingen nicht zugrunde gehen,
du wirst die Kraft finden, um sie dir anzusehen
und danach ruhen zu lassen.

Es kommt dieser eine Mensch, der dir auf den ersten Blick
gar keine Wahl lässt, als die Oberfläche zu verlassen.
Doch du hast immer eine Wahl.
Du kannst bleiben, und dem Feuer der Transformation
mit einem liebenden Menschen an der Seite begegnen,
oder du kannst diesen Menschen verlassen und kurzzeitig Erleichterung verspüren, weil du deinem Schmerz
einmal mehr entkommen bist.

Nur um hinter der nächsten Kurve zu entdecken, dass du zwar den Menschen, nicht aber deine Themen hinter dir gelassen hast.
Unsere Schatten folgen uns so lange, bis wir uns umdrehen
und fühlend in sie hineinblicken.

Dann wirst du neuen Menschen begegnen und einer davon wird es sein, der dir auf den ersten Blick wiederum keine Wahl lässt, als die Oberfläche zu verlassen.
Und während du damit beschäftigt bist, um die Aufgaben,
die das Leben an dich stellt, herumzutanzen, zieht dein Leben an dir vorbei, ohne dass du es vielleicht merkst.

Menschlich gelebte Liebe erzählt von hellen und dunklen Zeiten.
Sie kann dich vor Glück beben lassen und dir das Wissen um deine Flügel zurückbringen.
Sie kann dich zu deinem dunkelsten Schmerz führen
und dir zeigen, wie tief dein Fühlen reicht, wenn du geöffnet bist.

Sie kann dir Tore in neue Welten öffnen, dich in Ebenen
und Weiten führen, die von unbeschreiblicher Schönheit
und Innigkeit erzählen.
Sie kann dich berühren, wenn du bereit bist,
dich berühren zu lassen; denn Liebe ist, was du bist,
und sie entfaltet ihre heilsame Kraft nur dort,
wo du dir erlaubst, lebendig zu sein.
~
Worte: © Béatrice Tanner, Sommer 15quallenpaar Tomasz Alen Kopera

Engel

ICH

ließ meinen Engel lange nicht los.
Und er verarmte mir in den Armen,
und wurde klein.
Und ich wurde groß.

Und auf einmal
war ich das Erbarmen.
Und er eine zitternde Bitte bloß.

Da hab ich ihm seine Himmel gegeben.
Und er ließ mir das Nahe,
daraus er entschwand.

Er
lernte das Schweben.
Ich lernte das Leben.
Und wir haben langsam
einander erkannt …

Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht,
kann er frei seine Flügel entfalten,
und die Stille der Sterne durchspalten.
Denn er muss meiner einsamen Nacht
nicht mehr die ängstlichen Hände halten.

Seit mich mein Engel
nicht mehr bewacht.

Rainer Maria Rilke

(danke Martin Uhlemann fürs Erinnern)

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